«Wir pflanzen heute Bäume, unter deren Schatten wir selbst vielleicht nie sitzen werden.»
Die «schweiz-macher» wurden inoffiziell am 1. August 2022 ins Leben gerufen. Dieses Datum markiert keinen öffentlichen Start, sondern den Beginn einer bewussten Studien- und Aufbauphase. Ziel war es nicht, sofort sichtbar zu werden, sondern zuerst zu klären, wie eine funktionierende Organisation jenseits klassischer Hierarchien in der Schweiz aufgebaut werden kann.
Im Zentrum stand von Anfang an eine grundlegende Frage:
Braucht es für politisches und gesellschaftliches Wirken zwingend hierarchische Strukturen – oder reichen Autonomie, Verantwortung und Kooperation?
Die Schweiz-Macher sind nicht aus einem Moment entstanden, sondern aus einer Überlegung: Wie kann man Verantwortung organisieren, ohne Macht zu sammeln?
Ab dem 1. August 2022 erfolgte der Aufbau der «schweiz-macher» explizit als Studie. In Zusammenarbeit mit einem externen Think-Tank (FBS) wurden Struktur- und Organisationsmodelle entwickelt, die konsequent auf Subsidiarität, Dezentralität und lokale Handlungsfähigkeit ausgerichtet sind.
Der Fokus lag nicht auf Wachstum, Reichweite oder Zentralisierung, sondern auf der Frage: Wie können Probleme dort gelöst werden, wo sie entstehen – vor Ort, durch Menschen, die bereit sind zu handeln?
Wir wollten nicht einfach loslegen, sondern zuerst verstehen, was funktioniert – und was in bestehenden Strukturen immer wieder scheitert.
Die «schweiz-macher» verfolgen nicht das Ziel, zu einem grossen, schweizweit hierarchisch geführten Gebilde zu werden. Der Ansatz ist bewusst gegenteilig: Probleme sollen lokal erkannt, lokal bearbeitet und lokal gelöst werden. Daraus entstehen eigenständige Einheiten, die sich thematisch und regional organisieren.
Die Struktur basiert auf drei Grundthesen:
„Wir glauben nicht an Anweisungen von oben, sondern an kluge Kooperation auf Augenhöhe.“
Funktionalität soll nicht durch Machtkonzentration entstehen, sondern durch Eigenverantwortung, Transparenz und den Willen zur Zusammenarbeit.
„Probleme lassen sich nicht zentral lösen. Sie brauchen Menschen vor Ort, die handeln dürfen – und handeln wollen.“
Die Bezeichnung entstand aus dieser Haltung.
Es geht darum, innerhalb der Schweiz operativ zu wirken – nicht verwaltend, sondern handelnd. Getragen werden soll die Organisation von Menschen, die etwas machen wollen.
Viele „MACHER“ bewegen etwas – Wenige „FÜHRUNGSPERSONEN“ konzentrieren Macht. Diese Unterscheidung ist zentral für das Selbstverständnis der «schweiz-macher».
„Viele Menschen machen etwas Sinnvolles. Wenige sammeln Macht. Wir wollten eine Struktur für die Ersten – nicht für die Zweiten.“
Der Vorstand wird bewusst „Rat“ genannt. Er besitzt kein Weisungsrecht. Seine Funktion ist nicht das Lenken von Inhalten oder Gruppen, sondern:
Damit soll verhindert werden, dass sich im Laufe der Zeit jene hierarchischen Machtstrukturen bilden, die man ursprünglich vermeiden wollte.
„Führung ohne Weisungsrecht ist kein Widerspruch. Kontrolle schützt die Idee – nicht die Personen.“
Die «schweiz-macher» befinden sich weiterhin im Aufbau.
Die Zahl der passiven Mitglieder wächst, gleichzeitig zeigt sich, dass aktive Mitarbeit schwerer zu gewinnen ist als anfänglich angenommen. Diese Erfahrung ist typisch für basisorientierte, freiwillige Strukturen.
Gerade in dieser Phase wird auch sichtbar, wie beweglich und schwankend die Mitgliederzahlen sind. Insbesondere im November und Dezember werden viele Mitgliederrechnungen versendet, von denen ein guter Teil erst viel später beglichen wird. Die «schweiz-macher» verfolgen dabei bewusst einen anderen Ansatz als klassische Vereine: Offene Beiträge werden nicht gemahnt.
Stattdessen setzt die Organisation auf Motivation durch aktuelle und zukünftige Aktivitäten. Mitglieder sollen nicht durch Verpflichtung gehalten werden, sondern durch Überzeugung. Ein zentrales Statement von Richard Koller bringt diese Haltung auf den Punkt:
„Wir mahnen niemanden. Mitglied soll nur sein, wer überzeugt ist – und sich das auch leisten kann. Alles andere wäre widersprüchlich.“
Der Mitgliederbeitrag beträgt:
Wer sich diesen Beitrag nicht leisten kann oder möchte, ist bei uns immer dennoch willkommen, auch ohne Mitgliedschaft. Mitglieder werden organisatorisch priorisiert behandelt, die Teilnahme an Aktivitäten bleibt jedoch grundsätzlich offen.
Auch die finanziellen Mittel der «schweiz-macher» sind derzeit insgesamt stark begrenzt. Diese Einschränkung verlangsamt den organisatorischen Ausbau, führt aber zugleich zu einer klaren Priorisierung:
Verfügbare Mittel werden nicht in Strukturen oder Apparate, sondern primär in Initiativen und Abstimmungen investiert.
„Eine freiwillige Organisation ist nie stabil im klassischen Sinn. Sie lebt davon, dass Menschen kommen, gehen – und wiederkommen.“
Zurzeit liegt die operative Umsetzung vieler Aufgaben noch in den Händen des Gründers Richard Koller. Weitere Menschen arbeiten im Hintergrund mit – einige kommen hinzu, andere gehen im Verlauf des Aufbaus auch wieder. Diese Dynamik ist Teil einer Organisation, die bewusst auf Freiwilligkeit und Eigenverantwortung setzt.
Insbesondere Unterschriftensammlungen und Abstimmungskampagnen sind ohne eine grosse Zahl freiwilliger Helferinnen und Helfer nicht realisierbar. Es ist faktisch unmöglich, 136’000 beglaubigte Unterschriften als Einzelperson einzureichen. Viele Unterstützende entscheiden sich bewusst gegen öffentliche Sichtbarkeit.
In diesem Kontext tritt Richard Koller stellvertretend als delegierter medialer Sprecher auf – im Namen jener Helferinnen und Helfer, die nicht öffentlich auftreten möchten. Diese Rolle ist pragmatisch begründet und stellt keine Machtkonzentration dar, sondern eine temporäre operative Notwendigkeit im aktuellen Entwicklungsstadium.
„Sichtbarkeit bedeutet nicht Macht. Sie bedeutet Verantwortung – auch für jene, die bewusst im Hintergrund bleiben.“
Neben Initiativen, Abstimmungen und gesellschaftlichem Engagement treten die «schweiz-macher» auch als wählbare politische Kraft auf. Damit wird ein weiterer Wirkungsraum geöffnet: jener der institutionellen Politik, ohne die Grundsätze von Subsidiarität und Dezentralität aufzugeben.
Die ersten konkreten Wahlschritte wurden im Kanton Bern eingeleitet. Für die Grossratswahlen stellt sich Richard Koller zur Wahl. Der Wahlkreis liegt im Berner Oberland, einer Region, in der viele freiwillige Helferinnen und Helfer der «schweiz-macher» beheimatet sind und in der bereits heute lokale Netzwerke bestehen.
Die Kandidatur erfolgt im Rahmen einer Listenverbindung mit der SVP und der EDU. Diese Verbindung ist strategischer Natur und dient der Erhöhung der Wahlchancen, ohne dass daraus eine organisatorische oder inhaltliche Unterordnung resultiert.
Die politische Kandidatur versteht sich nicht als Abkehr vom bisherigen Ansatz, sondern als ergänzende Möglichkeit, Anliegen aus der Bevölkerung auch direkt in parlamentarische Prozesse einzubringen – dort, wo Entscheidungen getroffen werden.
„Wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir auch dort präsent sein, wo entschieden wird – ohne unsere Grundsätze aufzugeben.“
Die inhaltliche Grundlage der Schweiz-Macher bilden 12 Bestrebungen. Sie definieren keinen starren Kurs, sondern einen gemeinsamen Werte- und Handlungsrahmen, innerhalb dessen regionale Gruppen eigenständig Themen entwickeln, lancieren und umsetzen können.
Die Weiterentwicklung und Priorisierung dieser Bestrebungen ist Teil des laufenden Aufbaus.
„Die Bestrebungen geben Richtung, nicht Befehle. Sie sollen ermöglichen, nicht einschränken.“
Die Schweiz-Macher sind keine Partei im klassischen Sinne, auch kein klassischer Verein und kein zentral geführtes Projekt.
Sie sind der Versuch, eine funktionierende, subsidiäre und nicht-hierarchische Struktur zu schaffen – getragen von Menschen, die handeln wollen (macher), nicht von solchen, die Macht sammeln.
Der Aufbau ist im Gange.
Die Struktur ist unvollständig.
Und genau darin liegt unsere Ehrlichkeit.
„Wir bauen nichts Fertiges. Wir bauen etwas Ehrliches – und lassen es wachsen, wo es Sinn ergibt.“
Die «schweiz-macher»-Schweiz besteht aus vier Arten von Mitgliedern. Die «schweiz macher»-Schweiz verzichtet auf eine Hierarchie und gliedert sich einzig durch die Bereitschaft des Aufwandes, welches ein Mitglied für den Erfolg des Vereins verpflichtend leisten will. Die gewählten Mitglieder des «Rates der Erfahrenen» ernennen die Vertreter gegen aussen und definieren Zeichnungsberechtigungen.
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Firmen und Vereine können Unterstützer sein.
Jeder Mensch kann ein Unterstützer sein.
Statuten: Organisation der «schweiz-macher» Schweiz Art. 5 und 6
Die Macher oder auch der «Bund der Macher» vereinigt Menschen, die sich für ein verpflichtendes, freiwilliges und ehrenamtliches Engagement innerhalb der «schweiz-macher»-Schweiz entscheiden. Der Bund der Macher trifft Entscheidungen im Sinne der Konsens-Demokratie.
Statuten: Art. 5, Art. 7 und Art 11
Im Rat oder auch im «Rat der Erfahrenen» vereinigen sich Menschen aus dem «Bund der Macher», die sich für ein verpflichtendes, weitergehendes und umfassendes Engagement innerhalb der «schweiz-macher»-Schweiz entschieden haben und die Mindestanforderungen an den Rat erfüllen, sowie in den Rat gewählt wurden. Der «Rat der Erfahrenen» hat eine Bringschuld gegenüber dem Verein zu erbringen, was heisst, dass sie dem Bund der Macher mit der Erfahrung BERATEND zur Verfügung stehen. Sie unterstützen den Bund der Macher gemäss ihren Möglichkeiten nach bestem Wissen und Gewissen. Sie haben keine Weisungsbefugnisse gegenüber dem Bund der Macher.
(Ergänzende Erklärung: Für Finanzinstitute und Behörden entspricht der «Rat der Erfahrenen» dem Vorstand eines Vereins und Mitglieder können individuelle Zeichnungsberechtigungen erhalten.)
Statuten: Art. 8, Art. 12 und Art. 11